Workshop zur “Palästinensischen Frage im Rahmen der Französischen und Europäischen Politischen Agenda“

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In Kooperation mit ihrem Partner Pal-Think for Strategic Studies organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Workshop zum Thema “Die palästinensische Frage im Rahmen des Französischen und Europäischen Politischen Agenda”. Der Workshop fand im Zusammenhang des jährlichen Projekts “Erhalt der Palästinensischen Frage auf regionaler und internationaler Ebene” am Dienstag, den 8. Januar 2019, in Gaza statt.

 

Der Gastredner Herr Alain Gresh, französischer Nahost-Experte und ehemaliger Chefredakteur von Le Monde Diplomatique, diskutierte die aktuellen französischen Positionen im Hinblick auf den palästinensisch-israelischen Konflikt und die Rolle Frankreichs innerhalb der europäischen Nahostpolitik über Skype aus Paris.

Herr Gresh betonte die guten französischen Beziehungen zu Israel und zur PLO. Frankreich sei das erste europäische Land, das sich vor Jahrzehnten mit PLO-Vertretern getroffen habe und in den europäischen Ländern eine maßgebliche Rolle für eine bedeutende europäische Nahostpolitik gespielt habe. Frankreich unterstütze die Palästinenser sowohl finanziell als auch politisch. Die Position Frankreichs gegenüber dem israelisch-palästinensischen Konflikt sei klar und basiere auf zwei Säulen: Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser und die Zwei-Staaten-Lösung basierend auf friedlichen Verhandlungen. Herr Gresh fügte in seinem Beitrag hinzu, dass die Terroranschläge in Frankreich und Europa in den letzten Jahren die schlechte Wahrnehmung innerhalb der europäischen Gesellschaften gegenüber allen radikalen islamischen Gruppen einschließlich der von der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas verfestigt hätten. Die Palästinenserfrage habe aber sowohl bei der Regierung als auch bei allen französischen Parteien einen hohen Stellenwert.

Es entstand eine lebhafte Diskussion zwischen Herrn Gresh und den teilnehmenden Zivilgesellschaftsakteuren, Wissenschaftlern und Journalisten. Die Fragen der Gäste konzentrierten sich auf die Möglichkeiten der Rückkehr zu einer politischen Vermittlerrolle Europas im Nahostkonflikt nach jahrelanger Dominanz der US-Regierung.